Feuermelder

Wie ist eine Alarmanlage aufgebaut?

Wie ist eine Alarmanlage aufgebaut?

Vorab: Jede Alarmanlageninstallation ist anders – es gibt kein „Standardsystem“ – auch wenn man Ihnen das im Baumarkt gerne glaubhaft machen will. Ein funktionierendes Alarmsystem – auch Gefahrenmeldesystem genannt – ist genauso individuell wie Sie selbst. Es muss Ihren individuellen Bedürfnissen gerecht werden und zu Ihnen und Ihren 4 Wänden passen. Wenn das nicht der Fall ist, behindert Sie das System mehr als es Ihnen nützt. Deshalb bekommen Sie von uns auch kein „Standardsystem“, sondern eine für Ihren Anwendungsfall projektierte Anlage errichtet.

Nachdem das von uns verbaute JABLOTRON 100 System viel mehr kann als nur eine Sirene anzusteuern und es bei unseren Kunden oft Überschnitte mit bereits vorhandenen Automatisierungsystemen gegeben hat, haben wir beschlossen, Ihr Sicherungsobjekt grundsätzlich vor Ort aufzunehmen und für Sie anschließend ein individuelles Konzept auszuarbeiten.

Welche Überwachungsbereiche unterscheidet man?

  1. Innenraumüberwachung
  2. Außenhautüberwachung
  3. Fassaden / Freilandüberwachung
  4. Zusatzgefahrenmelder
  5. Zentrale und Bediengeräte

 

JABLOTRON Bewegungsmelder
JABLOTRON Bewegungsmelder

Innenraumüberwachung

Innenräume überwacht man in der Regel mit Bewegungsmeldern, die Bewegungen mittels passiv Infrarot Detektion (PIR) oder Mikrowelle erfassen. Ein Nachteil ist, dass Sie diesen Bereich nur dann scharf schalten können, wenn sich niemand dort aufhält. Sollten Sie Haustiere besitzen, können spezielle Melder eingesetzt werden, die Tiere ausblenden.

 

kleiner Funkmagnetkontakt
Jablotron Magnetkontakt

Außenhautüberwachung

Die „Außenhaut“ Ihrer Wohnung besteht aus Wänden, Türen und Fenstern. Wenn Sie zuhause sind, z.B. in der Nacht, können Sie einen Einbruchversuch rechtzeitig detektieren, wenn Ihre Fenster z.B. mit Magnetkontakten und Glasbruchmeldern und Ihre Türen ebenfalls mittels Magnetkontakt und u.U. auch Erschütterungsmeldern gesichert sind. Über die Funktion „Teilscharf“ können Sie dann die Außenhautüberwachung aktivieren und gleichzeitig die Innenraumsicherung deaktiviert belassen und sich so von Ihrem Alarmsystem geschützt in Ihren 4 Wänden bewegen.

 

 

OPTEX Aussenmelder
OPTEX Außenmelder

Fassaden / Freilandüberwachung

In den letzten Jahren werden immer öfter auch Außenbereiche wie z.B. die Terrasse oder  Teile des Gartens mittels geeigneter Bewegungsmelder überwacht. Bei Außenbereichen ohne störende Hindernisse setzt man Lichtschranken ein und zum Überwachen der Fassade Bewegungsmelder mit Vorhanglinse. Dabei überwacht der Melder nur einen ganz schmalen Korridor (oft nur wenige Zentimeter) und verhindert so, dass sich ein Einbrecher vor einem Fenster oder einer Tür aufhalten und sich an ihr zu schaffen machen kann. Genial einfach zu überwachen sind damit Balkone oder eine Loggia – also Bereiche, die nicht von Publikumsverkehr stark frequentiert werden.

 

JABLOTRON Rauchmelder
JABLOTRON Rauchmelder

Zusatzgefahrenmelder

Für JABLOTRON 100 Alarmanlagen gibt es auch Melder, die außer Einbruchsversuchen weitere Gefahren wie z.B. Feuer, Rauch, Hochwasser oder Gas (z.B. CO2) detektieren können. Temperatursensoren sind ebenfalls Systembestandteil. Sie melden z.B. durch einen speziellen Ton über die Innensirene, wenn in einem bestimmten Bereich (z.B. Gewächshaus) eine gewisse Temperatur überschritten wurde.

 

JABLOTRON Zentrale
JABLOTRON Zentrale

Zentrale und Bediengeräte

Das Herz einer jeden Alarmanlage ist die Zentrale. Man bring sie irgendwo im Haus zentral, aber versteckt, an. Perfekt ist es, wenn die Zentrale direkt kabelgebunden ans Internet angeschlossen werden kann. Wichtig ist, dass der Installationsort gute funktechnische Eigenschaften besitzt und das GSM Wählgerät optimal die Alarmmeldungen abstzen kann. Für die Scharf-/Unscharfschaltung der Anlage werden dann abgesetzte Bedienteile in der Nähe Ihrer Eingänge montiert oder aber Sie setzen eine Funkfernbedienung ein, um die Anlage z.B. vom Schlafzimmer aus kontrollieren zu können.

 

Wann reagiert ein Alarmsystem?

  • Öffnen von Tür oder Fenster (Detektion durch die Außenhautüberwachung)
  • Bewegung von Personen (Detektion durch die Innenraumüberwachung)
  • Beschädigung eines Systemelements (Sabotagealarm)
  • Auslösen bei Sonderereignissen, z.B. Rauch, Feuer, Hochwasser (Detektion durch Zusatzgefahrenmelder)

Wie wird die Überwachung eingeschalten?

  • mittels Wandbedienteils – durch die einfache Wahl der jeweiligen Option und die Eingabe Ihres Personen-Codes
  • mittels RFID-Leser –  durch das Anlegen des RFID-Transponder-Tags
  • mit dem Handy aus der Ferne (wenn Sie das Scharfschalten vergessen haben oder wenn Sie sich überzeugen möchten, dass scharf geschaltet wurde) über das Internet mit dem sog. Web Self-Service (passwortgeschützter Zugriff mit höchstem Schutz)
  • durch Komponenten Dritter wie z.B. den eKey Fingerscanner

Was passiert im Alarmfall?

  • ruft Ihre Alarmanlage Ihr Handy an und sendet Ihnen eine SMS-Nachricht
  • ruft Ihre Alarmanlage die Einsatzeinheit der Alarm-Empfangsstelle an, die ggf. einen Fehlalarm abstellen kann
  • bringt Sirenen zum Heulen

Lohnt sich die Anschaffung einer Alarmanlage?

Lohnt sich die Anschaffung einer Alarmanlage?

Fast alle 3 Minuten gibt es in Deutschland einen Einbruch oder Einbruchsversuch. Trotz dieser enormen Häufung von Vorfällen verfügt geschätzt nur jedes 200te Haus über eine Alarmanlage. Zum Vergleich: In den USA ist jede fünfte Immobilie geschützt, in England immerhin noch jedes zehnte Objekt.

Im Jahr 2008 hat das Bayerische Landeskriminalamt die Wirksamkeit von Alarmanlagen und Sicherungstechnik untersucht. Das Ergebnis: 1367 Einbrüche in Bayern wurden nachweislich verhindert. Da sicher auch Täter durch bereits installierte Sicherungstechnik von vorneherein abgeschreckt wurden, liegt diese Zahl sicher noch erheblich höher. Obwohl diese Zahl etwas älter ist, belegt sie dennoch eindrucksvoll, dass sich die Anschaffung eines Alarmsystems in jedem Fall lohnen kann.

Im Jahr 2015 verzeichnete die polizeiliche Kriminalstatistik wieder einen deutlichen Anstieg der Zahlen. Waren es im Jahr 2014 noch 152123 Aktionen, mussten 2015 insgesamt 167136 Einbrüche bzw. Einbruchsversuche erfasst werden – ein Anstieg von knapp 10%! Im 10-Jahresvergleich sind es fast 60% mehr Delikte als noch im Jahr 2006. Im Gegensatz dazu ist die Aufklärungsquote von knapp 16% (15,9 Prozent in 2014) auf 15,2% (2015) gesunken. Der von den Einbrechern verursachte Gesamtschaden lag bei 440,8 Millionen Euro.

Obwohl die Einbrüche so drastisch zunahmen, ist parallel dazu die Anzahl der gescheiterten Einbrüche ebenfalls gestiegen und zwar von 41,4 % (2014) auf nun 42,7 % (2015). Eine Interpretation dieser Zahl liegt uns zwar nicht vor, aber es ist sehr gut möglich, dass die staatliche Förderung von Einbruchsmeldeanlagen erste Früchte trägt.

Quelle: Polizeiliche Kriminalprävention

ProPK_logo